Die Schönheit Bambergs: Rosengarten und Bierkeller im Frühling
Wenn der Wintermantel endlich im Schrank verschwindet und die Sonne die Sandsteinfassaden der UNESCO-Altstadt in warmes Gold taucht, zeigt Bamberg sein charmantestes Gesicht. Im Frühling verwandelt sich die „Bierstadt“ in eine blühende Gartenstadt, und das Leben verlagert sich nach draußen – oder, wie man in Bamberg sagt, „auf den Keller“. Es gab Bratwurst in Bamberg und eine Entenkeule in Loket (Hrad Loket).

. Das Erwachen im Rosengarten
Dein Tag sollte im Rosengarten der Neuen Residenz beginnen.


- Der Ausblick: Während im Hochsommer die Hitze zwischen den Steinmauern steht, ist die Luft im April und Mai herrlich frisch. Von der Balustrade hast du den perfekten Blick über die roten Dächer der Altstadt bis hinauf zum Kloster Michelsberg.
- Die Flora: Tausende Rosenstöcke beginnen auszutreiben, und die akkurat geschnittenen Buchshecken leuchten in sattem Grün. Es ist der friedlichste Ort der Stadt für einen morgendlichen Kaffee.


2. Abgetaucht im Gärtnerviertel
Bamberg ist berühmt für seine innerstädtischen Erwerbsgärtnereien – ein Unikum in Europa.
- Das Erlebnis: Im Frühling herrscht hier Hochbetrieb. Überall wird gepflanzt und verkauft. Ein Spaziergang durch das Gärtnerviertel (rund um die Mittelstraße) führt dich vorbei an langen Beeten, die mitten in der Stadt liegen.
- Kulinarik-Tipp: Halte Ausschau nach dem Bamberger Hörnla (einer lokalen Kartoffelsorte) oder frischem Frühlingsgemüse direkt ab Hof. Das ist authentischer als jeder Supermarkt.

3. Klein-Venedig vom Wasser aus
Im Winter ist es auf der Regnitz oft zu ungemütlich, aber im Frühling erwacht die ehemalige Fischersiedlung „Klein-Venedig“ zum Leben.
- Die Gondel: Ja, es gibt echte venezianische Gondeln in Bamberg! Eine Fahrt auf der Regnitz, vorbei an den blumengeschmückten Fachwerkhäusern mit ihren winzigen Vorgärten, ist im Frühlingslicht besonders fotogen.
- Alternativ: Einfach auf der Unteren Brücke stehen, die Sonne im Gesicht genießen und den Ruderern zusehen.

4. Die Krönung: „Auf den Keller gehen“
In Bamberg geht man nicht in den Biergarten, man geht „auf den Keller“. Das liegt an den tiefen Felsenkellern unter den Biergärten auf dem Stephansberg.
- Spezial-Tipp: Sobald die Temperaturen die 15-Grad-Marke knacken, öffnen die großen Keller (wie der Spezial-Keller oder der Wilde Rose Keller).
- Das Feeling: Unter den frisch ergrünten Kastanienbäumen ein kühles Seidla (0,5 l Bier) trinken und eine „Brotzeit“ genießen – das ist das ultimative Bamberger Frühlingsgefühl. Der Blick vom Spezial-Keller auf den Dom im Abendlicht ist unbezahlbar.


Wenn du von Bamberg aus am selben Tag noch einen Abstecher nach Loket (deutsch: Elbogen) in Tschechien machst, tauschst du das fränkische Barock gegen böhmische Romantik. Nur etwa 1,5 Stunden Fahrt trennen diese beiden Welten.
Loket ist ein Ort, der aussieht, als hätten ihn die Gebrüder Grimm höchstpersönlich entworfen. Hier ist mein Reisebericht für den Nachmittag und Abend in dieser mittelalterlichen Perle.

1. Die Ankunft: Das „Böhmische Rothenburg“
Schon bei der Anfahrt raubt einem der Anblick den Atem. Die Stadt liegt auf einem gewaltigen Granitfelsen, der von der Eger (Ohře) in einer engen Schleife umschlungen wird – genau wie ein gebeugter Ellbogen, was der Stadt ihren Namen gab.
- Der erste Eindruck: Sobald man die Brücke überquert und durch das Stadttor geht, fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Kopfsteinpflaster, bunte Fassaden und die alles überragende Burg.
- Frühlings-Vibe: Im Vergleich zum trubeligen Bamberg ist Loket im Frühling angenehm verschlafen. Die Cafés auf dem Marktplatz stellen ihre Tische raus, und die frische Waldluft des Kaiserwalds weht durch die Gassen.
2. Die Burg Loket (Hrad Loket)
Das Herzstück der Stadt. Hier saß schon Kaiser Karl IV. fest (manchmal freiwillig, manchmal als Gefangener in seiner Kindheit).
- Das Highlight: Der Aufstieg auf den Turm. Von oben siehst du das dunkle Grün der böhmischen Wälder und die glitzernde Eger tief unter dir.
- Kurioses: In der Burg gibt es eine Ausstellung über tschechisches Porzellan und – für Hartgesottene – eine recht anschauliche Folterkammer in den authentischen Verliesen.
- Goethe-Spuren: Überall in der Stadt begegnet man Johann Wolfgang von Goethe. Er feierte hier seinen 74. Geburtstag und verliebte sich (unglücklich) in die junge Ulrike von Levetzow.
3. Kulinarik: Das „Erdferkel“ und tschechisches Bier
Nach dem bayerischen Bier in Bamberg ist es Zeit für ein tschechisches Pivo.
- Brauhaus St. Florian (Pivovar Svatý Florian): Ein absolutes Muss. Hier wird direkt vor Ort gebraut. Das dunkle Bier ist malzig und süffig.
- Die Spezialität: Berühmt ist das Restaurant für sein im Erdboden gebratenes Spanferkel. Es wird in einem speziellen Ofen unter der Erde gegart. Der Duft zieht am späten Nachmittag über den gesamten Marktplatz.
- Süßer Abschluss: Hol dir eine Oblate (Lázeňské oplatky) – die knusprigen, gefüllten Waffeln, die typisch für die nahegelegene Bäderregion (Karlsbad) sind.


Die Bratwust in Bamberg und am Abend in Loket die Ente 🙂
In Bamberg stehen wir auf dem Reisemobilstellplatz am P&R Platz Heinrichsdamm , sehr zu empfehlen von hier aus sind es nur ca. 10min in die Stadt.
Alle Infos hier: https://www.bamberg.info/camping/


